Prossima Fermata: Torino

Halbzeit! Jetzt bin ich schon 5 Wochen in Italien und damit ist auch schon wieder die Hälfte des Praktikums um… Da ich unter der Woche nicht so viel schaffe zu unternehmen, da ich nach der Arbeit mich doch eher weniger aufraffen kann, nochmal loszugehen, werden dafür die Wochenenden umso voller gepackt. Da der letzte Artikel schon etwas her ist, stehen noch Berichte von den letzten zwei Wochenenden aus.

Am ersten Wochenende durfte ich nach nicht all zu langer Zeit hier, schon das erste Mal den Stadtführer hier spielen, da Johnny und Isa sich die Ehre gaben, mich hier zu besuchen. Vom Shoppen wurde ich glücklicherweise weitgehend verschont, das hatten die Mädels am Freitag während ich noch gearbeitet habe, erledigt – Danke nochmal :P Zusammen mit einigen Australien-Freunden haben wir nicht nur die Stadt angeschaut, sondern auch seeeehr viel gegessen und ich hab auch ein paar neue Orte für die Abendgestaltung kennengelernt, z.B. einen großen Platz mit alten, römischen Säulen, der abends voll mit Menschen ist, die sich auf dem Platz treffen, quatschen, Musik machen,… – eine sehr schöne Atmosphäre. Das Wetter hat sich auch nochmal von seiner besten Seite gezeigt und so konnten wir nicht nur gemütlich im Park sitzen, sondern auch entlang der Navigli spazieren und dort einem der vielen Lokale einen Besuch abstatten.

Ein Wochenende später war dann kein Besuch da, stattdessen habe ich den Samstag einiges erledigt, um mir dann den Sonntag freihalten zu können, da ich mir hier sehr günstige Zugtickets (9€ pro Strecke mit dem ICE-vergleichbaren Zug) für einen Tagesausflug in das eine Stunde westlich gelegene Turin gekauft hatte. Pünktlich in Turin angekommen, bin ich dann mit Stadtplan bewaffnet losmarschiert, ich wollte ja möglichst viel von der Stadt sehen. Insgesamt gab es meiner Meinung nach sehr viel mehr zu sehen als “zu Hause” in Mailand, sodass mir Turin sogar fast besser als Mailand gefällt. Hier gibt es noch mehr Überreste aus der römischen Zeit zu sehen (rotes Stadttor, Ausgrabungen eines römischen Theaters, Reste der Stadtmauer,…) und zudem den alten Palast des italienischen Königs.

Nach einer kleinen Stärkung mit einem unglaublich leckeren Eis, bin ich dann auf dem Weg zur Mole Antonelliana (der Turm auf dem Bild/auf der italienischen 2-Cent-Münze) über einen mehr als “interessanten” Flohmarkt gekommen. Auf Decken wurde alles verkauft, was noch nicht auseinanderfällt: Es lagen HAUFEN voller Handys und Handyladegeräte, aber auch HAUFEN alter, wirklich alter, getragener Schuhe zum Kauf bereit. Ein Andenken habe ich trotz des großen Angebots aber doch nicht mitgenommen, das Ganze war mir doch nicht so geheuer. Außerdem hat es in dem Stadtteil sehr nach “Toilette” gerochen, als ich dann zwischen parkenden Autos einen Mann im Anzug gesehen habe, der sein Geschäft verrichtete, wusste ich also auch warum :P

Die Gegend um den Turm war dann wieder schöner, mit vielen kleinen italienischen Cafes, doch ich wollte mich erstmal an der Schlange für den Fahrstuhl anstellen, was auch gut so war, denn ich musste “nur” 45min anstehen, als ich später gegangen bin, war die Anstellzeit schon auf knapp das Doppelte angestiegen. Mit dem Panorama-Aufzug ging es durch die Kuppel, in dem das nationale Kinomuseum untergebracht ist und welche allein schon sehr beeindruckend war, da der Turm ursprünglich als Synagoge gedacht war (der Bau gefiel der jüdischen Gemeinde aber nicht und wurde deshalb schleunigst an die Stadt verkauft). Von oben hatte man eine tolle Aussicht über Turin und die nahe gelegenen Hügel, allerdings hingen die Wolken so tief, dass von den Alpen leider nichts zu sehen war. Nach einem kleinen Spaziergangs entlang des Ufers vom Po, musste ich mich dann auch schon wieder auf den Weg zum Bahnhof machen, um meinen Zug zurückzuerwischen. Auf diesem Weg hat mich dann der krasse Gegensatz zum Ramschflohmarkt erwartet: eine Straße war voller Künstler, die ihre Gemälde ausgestellt und zum Verkauf angeboten haben.

Auch die Rückfahrt hat ohne Probleme geklappt, sodass ich mich schon sehr auf die nächsten Ausflüge mit der Bahn freue, nun sind nämlich auch Fahrten nach Venedig und Verona gebucht. Doch dieses WE wird erstmal München einem Besuch abgestattet ;)

Viele Grüße,
Fabse

P.S.: Entgegen dem Titel des Artikels, spreche ich immer noch kein fließendes Italienisch, tägliches Fahren mit der Metro bildet :P

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