Auf geht’s zur Great Ocean Road – 2.500km in 7 Tagen

Auch für uns gab es ein wenig Erholung von dem vielen Lernen: Unsere Easter Break sollte aber nur von Mittwoch vor Ostern bis Mittwoch nach Ostern dauern. Doch für uns genug Zeit, um uns ein zweites Mal ein Auto zu mieten und wieder durch die endlosen Landschaften zu düsen. Diesmal habe ich mich auch bei der Autovermietung eintragen lassen, da wir doch eine größere Strecke zurücklegen wollten.

Los ging’s am Mittwochvormittag: Zu fünft (Isa, ihre zwei Freundinnen Noli und Trini, Johnny und ich) haben wir uns auf den Weg Richtung Great Ocean Road gemacht, die etwas 1 Fahrstunde vor Melbourne in den Surforten, wo uns schon zwei Ausflüge hingeführt haben, beginnt. Die ersten Stationen waren bei warmen, sonnigen Wetter die Surfstrände um Torquay und Anglesea, wo auch gerade zu der Zeit eine der größten Surfmeisterschaften stattfand. Leider waren aber die Karten dafür so teuer, dass wir uns dagegen entschieden haben und stattdessen weitergefahren sind. Nächste Station war dann kleiner Aussichtpunkt auf einem der Felsvorsprünge, die ins Meer ragen. Doch kurz bevor wir hier angekommen sind, hat sich eine riesige grau-orange Aschewolke von einem nicht all zu weit entfernten Buschfeuer vor die Sonne geschoben. Diese hat die Landschaft in ein oranges Licht getaucht, aber man hat auch gleich gemerkt, dass es wesentlich kühler unter der Wolke war. Zum Glück zog sie Richtung Meer, sodass wir recht schnell wieder die Sonne genießen konnten.

Auf dem weiteren Streckenabschnitt ging es nicht immer nah der Küste entlang, teilweise ging es bergauf, bergab, ich hätte nicht gedacht, dass es so dicht hinter der Küste so hügelig ist. Zwischenstops waren dann ein Leuchtturm am südlichsten Punkt der Strecke und später ein Wasserfall in subtropischen Regenwald. Das letzte Stück zu unserer Unterkunft war mit Abstand das schönste, leider mussten wir aber die Hälfte im Dunkeln fahren, da nach der Zeitumstellung hier die Sonne schon recht früh untergeht. Auf kurvigen Straßen, die meist nicht mehr als 20-25km zu ließen, ging es entlang der Steilküsten bis nach Apollo Bay. Auf einer Seite ging der Berg steil nach oben, auf der anderen war nur noch eine Leitplanke, die uns vom steilen Abhang und dem Meer trennte.

Das Hostel in der kleinen Stadt Apollo Bay war ganz in Ordnung und wir haben uns dann erstmal gleich nach der Ankunft mit einer ordentlichen Portion Nudeln mit Tomatensoße gestärkt, nachdem uns der über aus freundliche (Achtung Ironie) Hostelbesitzer unser Zimmer gezeigt hat. Nach einer kurzen Runde Kartenspielen sind wir dann ziemlich fertig in unsere Betten gefallen.

Tag zwei startete mit traumhaften Sonnenschein und nach einem kurzen Strandspaziergang ging es dann auch schon weiter, da wir an diesem Tag zum Highlight der Strecke fahren wollten, den 12 Aposteln, dazu aber etwas später mehr. Wie auch am Tag zuvor lief wieder fleißig Musik von usneren USB Sticks im Auto und die Mädels beglückten mich ein ums andere Mal mit ihrem beeindruckenden Gesangstalent (das musste ich jetzt schreiben, sonst wäre ich morgen wieder verprügelt worden): Ich glaube mittlerweile kann ich alle HighSchool Musical Lieder, Musik von Disney-Filmen und alle möglichen Lieder von Pur auswendig. Vielen Dank noch einmal dafür! Zum Soundtrack des Roadtrips wurde aber eher noch ein anderes Lied, das gefühlte 10 Mal die Stunde lief (Wer eine Kostprobe hören möchte, muss nur hier klicken ;) ).

Nach einigen kleineren Zwischenstops bei laut kreischenden Koalas, in einem weiteren Wanderweg durch den Regenwald (wir wollten doch endlich mal einer Schlange begegnen, die fehlt uns noch in unserer Sammlung, doch auch hier wurden wir wieder enttäuscht) und kleineren Aussichtspunkten, haben wir dann unsere Mittagspause am Johanna Beach verbracht. Eigentlich wollten wir dort auch schwimmen/baden gehen, doch als wir schon vorne am Wasser standen, wussten wir warum auf Schildern davon abgeraten wurde, an diesem Strand zu schwimmen. Von einer Sekunde auf die anderen Stand man brusthoch im Wasser, an einer Stelle, wo es vorher trocken war und man hat die Wucht der Wellen gespürt, die uns einmal buchstäblich umgehauen hat :D . Mit einigen blauen Flecken auf dem Hintern, durfte ich dann also die restlichen mehr als 2.000km im Auto sitzen, was eine Freude :P

Am frühen Nachmittag sind wir dann am 12 Apostel Nationalpark angekommen und konnten bei wunderschönem Sonnenschein zu erst eine schmale Treppe entlang der Felsen herunterlaufen und am Strand ein Stück laufen zum ersten freistehenden Felsen mitten im Meer. Auch die weiteren Felsen und Felsbögen waren beeindruckend und wir haben alle paar Kilometer an jedem Aussichtspunkt angehalten um einen weiteren Blick aus einer anderen Perspektive darauf zu werfen.

Bis zu unseren Unterkunft an diesem Tag mussten wir dann vom Ende der Great Ocean Road noch etwa 2 Stunden ins Landesinnere durch die Pampa fahren. Mittlerweile war es auch hier schon wieder dunkel geworden, sodass es nicht so einfach war den richtigen Weg zu finden, zu mal wir mal wieder zwei Karten hatten, die nicht exakt aneinander anschlossen, sondern einen Teil des Weges unseren Orientierungsfähigkeiten überließen. Später war es auch wieder so dunkel, dass wir wie schon in der Woche reichlich Tieren begegnet sind. Kurz vor dem Ziel, hätten wir dann fast noch jede Menge Känguru Steaks bekommen, aber mit einer Vollbremsung kam ich gerade noch einen halben Meter Skippie, dem Buschkänguru zum Stehen, das seelenruhig weiterhüpfte. Nachdem wir dann die umhergefolgenen Muffins wieder eingesammelt hatten, gings dann noch langsamer, als wir sowieso schon gefahren sind, bis zu Tim’s Place einem Hostel mit einem unglaublich netten Hostelbesitzer (das ganze Gegenteil vom Tag zuvor) im Grampians National Park.

Hier sind wir dann am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Pancake-Frühstück sind wir dann zum ersten sehenswerten Ort, die uns Tim am Abend vorher empfohlen hat, gefahren. Nach einer etwas 1,5 stündigen Wanderung über Stock und Stein ohne wirkliche Wege standen wir auf dem Pinnacle, einem Felsvorsprung mit einer unglaublichen Aussicht, kilometerweit. Weitere Stops waren bei zwei anderen Aussichtpunkten und an einem noch größeren Wasserfall, bevor es dann 6 Stunden weiter nach Adelaide ging.

Auf dem Weg dahin, ahben wir uns dann regelmäßig mit dem Fahren abgewechselt, besonders schön waren dann die Streckenabschnitte, durch den Little Desert National Park, auf denen man weniger als nichts gesehen hat, da der Wind so viel Sand über die Straße geweht hat. Auch interessant fand ich dann ein Schild kurz bevor wir vom Bundesstaat Victoria nach South Australia gefahren sind: Es ist nicht erlaubt Obst, Gemüse, Pflanzen, Fleisch, usw. über die Grenze zu transportieren…. Also haben wir kurzerhand ein ungeplantes Picknick eingelegt, um unsere Vorräte zu vernichten (Als wir dann in Adelaide waren, haben wir dennoch einen Apfel gefunden, aber es war eh weit und breit keine Kontrolle in Sicht :P ).

Nach einem halben Tag Stadtbesichtigung in Adelaide, sind wir dann am frühen Nachmittag zurück in Richtung Melbourne aufgebrochen, da die Strecke auch noch einmal 8 Stunden dauern sollte. Diesmal sind wir auch pünktlich angekommen, was höchstwahrscheinlich daran lag, dass wir nur geradeaus fahren mussten und uns so nicht verfahren konnten ^^).

An den nächsten zwei Tagen haben wir dann noch kleinere Ausflüge auf die Mornington Peninsula gemacht und einen nach Ballarat, der zweitgrößten Stadt Victorias (Melbourne 5.000.000 Einwohner, Ballarat 70.000) und dem Ausgangspunkt des Gold Rush in den 1850ern.

Jetzt warten jede Menge Assignments für die Uni auf uns, die wir bisher noch aufgeschoben haben. Also bis demnächst, viele Grüße an alle,

Isa, Johnny und Fabse

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